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Schweinegrippe - ein Beitrag aus aktuellem Anlass PDF Drucken E-Mail
Dienstag, den 28. April 2009 um 13:01 Uhr
Medienrummel oder echte Bedrohung?
Ein Beitrag von Birgit Barth

Echte Grippe, Vogelgrippe und H5N1 sind Begriffe, die sich in der letzten Zeit eingeprägt haben und die meisten Menschen wissen, dass sich insbesondere Menschen mit einem geschwächten Immunsystem gegen Grippe impfen lassen sollten. Die durch das Virus H5N1 ausgelöste Vogelgrippe hatten wir vor unserer Haustür. Zur menschlichen Epidemie wurde sie aber nicht, auch wenn die Medienwoge hoch schlug. Wir neigen daher dazu uns von der neuen Medienwoge zur Schweinegrippe nicht beeindrucken zu lassen. Doch die Schweinegrippe, ausgelöst durch eine Variation des Virus A/H1N1, ist anders. Wir haben hier ein paar grundlegende Informationen für Sie zusammengestellt, denn diesmal müssen wir die Bedrohung ernst nehmen.

Zur Influenza allgemein


Die Influenza, auch „echte“ Grippe genannt, ist eine durch Viren aus den Gattungen Influenzavirus A oder B ausgelöste Infektionskrankheit. Im Volksmund wird die Bezeichnung Grippe häufig für grippale Infekte verwendet, bei denen es sich aber um verschiedene, in der Regel deutlich harmloser verlaufende Viruserkrankungen handelt.

Influenzaviren vermehren sich im Atemtrakt des Infizierten. Dort können sich bis zu 100.000 neue Influenzaviren in einer einzigen Wirtszelle bilden, bevor diese dann abstirbt und anschließend die freigesetzten Viren weitere Nachbarzellen infizieren. Diese produzieren dann ebenfalls im Schneeballsystem jeweils hunderttausende neue Viren. Dadurch erklärt sich auch die Schnelligkeit, mit der sich in der Regel diese virale Infektion im Körper eines Betroffenen ausbreitet.

Symptome treten nach einer Inkubationszeit von wenigen Stunden bis Tagen auf, jedoch können die Viren bereits zwei Tage vor dem Auftreten der ersten Symptome auf andere übertragen werden. Da die Krankheitsanzeichen relativ unspezifisch sind, können sie mit vielen anderen akuten Atemwegserkrankungen verwechselt werden. Charakteristisch ist allenfalls der oft sehr plötzliche Beginn des Vollbilds der Erkrankung. In der Regel dauern die Symptome 7–14 Tage an. Es können jedoch ein allgemeines Schwächegefühl und Appetitlosigkeit noch einige Wochen darüber hinaus auftreten.

Die wichtigsten Symptome sind ein sehr plötzlicher Krankheitsbeginn mit ausgeprägtem Krankheitsgefühl im ganzen Körper, hohes Fieber bis 40° Celsius, Schüttelfrost, Kopfschmerzen und Müdigkeit, Gliederschmerzen, Augentränen, trockener Husten, trockene Kehle, angeschwollene Nasenschleimhaut, Appetitlosigkeit, Übelkeit und Erbrechen.

Das Gefährliche an der Influenza sind oftmals nicht die Viren selbst, sondern die bakterielle Sekundärinfektion, die auf eine Grippeerkrankung folgt. Da der Organismus aufgrund der Bekämpfung der Influenza-Viren bereits geschwächt ist, können Bakterien leichter in den Körper eindringen, sich vermehren und dort zu weiteren Krankheiten führen.

In ihrer schwersten Verlaufsform kann eine Influenza bei vorerkrankten oder immungeschwächten Personen zu einer primären grippebedingten Lungenentzündung (Influenzapneumonie) oder auch innerhalb weniger Stunden zum Tod führen.

Die Schweinegrippe

Bei der derzeitigen Influenza-Epidemie in Mexiko, der so genannten Schweinegrippe, handelt es sich um eine Infektion mit Influenza-A-Viren vom Subtyp H1N1, genannt A/H1N1.  Der erste Nachweis dieses Subtyps erfolgte 1930 aus Schweinen, bei denen auch heute noch A/H1N1-Infektionen auftreten. Das Influenza-Virus vom Subtyp A/H1N1 ist also nicht neu, tritt aber dank der hohen Mutationsrate dieses Krankheitserregers immer wieder in neuen Variationen auf, so dass vorhandene Impfstoffe unwirksam sind. Auch gegen die derzeitige Influenza-Epidemie in Mexiko gibt es noch keinen Impfstoff.

Das Virus kann vom Schwein auf den Menschen übertragen, aber auch von Mensch zu Mensch weitergegeben werden. Die Frage nach der Übertragbarkeit der Erreger im Rahmen der Ernährung mit Schweinefleisch wird von den meisten Stellen verhalten mit der Aussage beantwortet, dass der Erreger eine Erhitzung auf über 70° Celsius nicht überlebt.

Die Symptome der Schweinegrippe entsprechen den oben allgemein für die Influenza genannten. Die Zeit zwischen Ansteckung und Ausbruch beträgt wie bei anderen Influenza-Varianten meist nur wenige Stunden bis zu drei Tage. Innerhalb dieser Frist beginnt bereits die Ausscheidung der Viren über die Schleimhäute des Nasen-Rachen-Raums, so dass der Infizierte weitere Menschen anstecken kann. Das hält bis zu sieben Tage an, Personen mit schwächerem Immunsystem sind noch länger ansteckend.

Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts lässt sich derzeit noch nicht einschätzen, welche Bedeutung das Geschehen für Deutschland haben könnte. Es sei aber grundsätzlich nicht auszuschließen, dass einzelne Influenzafälle durch Reisende eingeschleppt werden.

Die Angst vor einer Pandemie, also vor einem weltweiten epidemischen Auftreten, ist nicht unberechtigt. Andere Varianten dieses Virus haben bereits zu Zeiten, in denen die Menschheit weniger mobil war, gezeigt, dass sie sich pandemisch verbreiten können. Eine Variante dieses Subtyps gilt als Auslöser der so genannten Spanischen Grippe von 1918/1920. In Amerika gab es im Jahr 1976 in New Jersey einen Ausbruch unter Soldaten. Vier Soldaten erkrankten an einer Pneumonie. Es gab einen Todesfall. Die Übertragung erfolgte auch hier von Mensch zu Mensch. Ein erneuter weltweiter Ausbruch, die so genannte Russische Grippe, ereignete sich 1977.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat am 27. April 2009 die pandemische Warnstufe 4 auf einer Skala von 1 bis 6 ausgerufen. Diese Stufe ist charakterisiert durch das Auftreten von Ausbrüchen auf lokaler Ebene.

Erste Labortests aus den USA haben allerdings gezeigt, dass die neue A/H1N1-Variante gegen die Arzneistoffe Oseltamivir und Zanamivir empfindlich ist (Handelsnamen: Tamiflu bzw. Relenza). Nach bisherigen Einschätzungen ist die Schweinegrippe mit diesen Arzneimitteln behandelbar.

Hygiene ist ein bedeutender Beitrag zur Vorbeugung der Influenza. Wichtige Hygieneempfehlungen zur Vorbeugung der Influenza sind zu finden unter:

>>> www.wir-gegen-viren.de


Quellen und weitere Informationen:

>>> Wikipedia: Influenza

>>> Wikipedia: Influenzavirus A/H1N1

>>> Wikipedia: Influenza-Epidemie in Mexiko 2009

>>> Einschätzung des Robert Koch-Instituts zur Situation der Schweinegrippe

>>> Deutsches Notfall-Vorsorgesystem des Deutschen Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe

>>> WHO zur Schweine-Influenza (engl.)

>>> www.wir-gegen-viren.de
Aktualisiert ( Dienstag, den 29. September 2009 um 09:13 Uhr )
 
Gesundheit

Auf eigene Gefahr

Wenn wir uns nicht wohl fühlen, werden wir im Allgemeinen unseren Arzt aufsuchen und entsprechende Medikamente verschrieben bekommen. Bei kleineren Wehwehchen helfen uns oftmals aber auch schon Hausmittel.

Neben den klassischen Behandlungsmethoden gibt es viele andere. Auch mit denen wollen wir uns in diesem Bereich beschäftigen.

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