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Kalium ist ein essentieller Mineralstoff und unverzichtbar für normales Wachstum und zur Erhaltung des Lebens. Als wichtigstes intrazelluläres Kation ist Kalium an der Tätigkeit von jeder Zelle beteiligt, z. B.:

  • normale neuromuskuläre Reizbarkeit, Reizbildung und Reizleitung des Herzens
  • Regulation des Zellwachstums
  • transepitheliale Transportprozesse in Niere und Darm, z.B. für Glucose, Aminosäuren u.a.
  • Beeinflussung von protektiven endothelialen Gefäßfunktionen
  • Aufrechterhaltung eines normalen Blutdrucks
  • Regulation des Säuren-Basen-Gleichgewichtes durch Beeinflussung der renalen Netto-Säureausscheidung
  • Beeinflussung der Freisetzung von Hormonen (z.B. Insulin aus den Beta-Zellen)
  • Kohlenhydratverwertung und Eiweißsynthese
  • Synthese und Abbau von energiereichen Phosphatverbindungen im Intermediärstoffwechsel
  • Zudem sind einige Enzyme der Glykolyse (die Aufnahme von Glucose in Leber-und Muskelzelle zur Glycogensynthese ist an Kaliumaufnahme gekoppelt), oxidativen Phosphorylierung und des Proteinstoffwechsels kaliumabhängig.

Vorkommen

Aufgrund seiner Häufigkeit in der Erdkruste, ist Kalium in fast allen tierischen und pflanzlichen Lebensmitteln enthalten, die Hauptquellen sind vor allem pflanzliche Lebensmittel wie Gemüse und Obst (890-6700 mg/kg) (21,3%), Kartoffeln (2700-5700 mg/kg), Reis (780-2890 mg/kg) und Nudeln (530-2700 mg/kg) (19%) und Brot und Getreideprodukte (940-3000 mg/kg) (8,2%). Über Milchprodukte (800-1300 mg/kg) werden ca. 10%, über Fleisch, Geflügel (1030-4100 mg/kg) und Fisch (1310-5000 mg/kg) etwa 17% aufgenommen. Aus Getränken stammen 13,5%, wobei vor allem Fruchtsäfte (1570 mg/kg), Milch (1570 mg/kg), alkoholische Getränke (320-920 mg/kg), Kaffee (880 mg/kg) und Tee (170 mg/kg) einen Beitrag liefern. Kalium kommt in Obst und Gemüse meistens in Form von Kaliumcitrat, Kaliumphosphat und anderen Salzen vor, aber nur zu einem geringen Anteil als Kaliumchlorid. Infolge der Zubereitung der Lebensmittel (Garen, Kochen, Zerkleinern) können Kaliumverluste von 20 bis 50% auftreten.

Bedarf

Als Schätzwert für eine minimale Zufuhr wird für den gesunden Erwachsenen ein Wert von 2000 mg/Tag angegeben (D-A-CH, 2000). Der Food and Nutrition Board der USA und Kanada erachtet unter präventiven Aspekten für alle Erwachsene einen Adequate Intake (AI) von 4,7 g/Tag (120 mmol/Tag) als angemessen. Diese Kaliummenge (aus der Nahrung) ist aufgrund neuer Erkenntnisse erforderlich, um chronischen Erkrankungen oder Bedingungen wie erhöhter Blutdruck, Kochsalzsensitivität, Nierensteine, Verlust an Knochenmasse oder Schlaganfälle vorzubeugen, zu vermindern oder zu verzögern.

Mangel und Mangelerscheinungen

Kaliummangel ist in den seltensten Fällen nahrungsbedingt, gehört aber dennoch zu den häufigsten Elektrolytstörungen in der Klinik. Zu den Risikogruppen gehören vor allem ältere Menschen, gewöhnlich durch eine unzureichende Nahrungsaufnahme und häufige Medikamenteneinnahme (Diuretika, Laxantien) mit bedingt. Zu einem Kaliummangel kann es kommen durch

  • unzureichende Zufuhr
  • gesteigerte renale Ausscheidung (Diuretika, Niereninsuffizienz, osmotische Diurese bei Diabetes mellitus)
  • erhöhte gastrointestinale Verluste (Erbrechen, Diarrhöe, Fisteln)
  • vermehrte intrazelluläre Kaliumaufnahme (Acidosebehandlung, Glucose-Insulin-
    Therapie)


Mangelerscheinungen

Herzrhythmusstörungen, allgemeine Muskelschwäche, Atonie der gastrointestinalen glatten Muskulatur (Obstipation bis zum paralytischen Ileus), Störung der Glucosetoleranz durch verminderte Insulinsekretion bzw. Insulinresistenz

Überversorgung

Die Kaliumaufnahme über Lebensmittel des allgemeinen Verzehrs hat bisher bei gesunden Verbrauchern zu keinen negativen Auswirkungen geführt, zumal eine gesunde Niere überschüssiges Kalium ausscheidet. Kommt es zu plötzlicher enteraler oder parenteraler Aufnahme von übermäßigen Mengen an Kaliumsalzen, kann dies zu einer Verschiebung des Na und K-Ionen Gleichgewichts mit schweren Vergiftungserscheinungen führen. Es gibt Fallberichte, in denen in suizidaler Absicht oder unbeabsichtigt meistens Kaliumchlorid in Tabletten oder kaliumhaltige Kochsalzersatzmittel in Mengen von 6 bis 94 g aufgenommen wurden. Dabei kam es bei den Betroffenen zunächst zu Übelkeit, Erbrechen, heftigen Bauchschmerzen und Durchfällen.

Ansonsten stehen bei den Beschwerden neuromuskuläre Veränderungen im Vordergrund. Die Patienten klagen über allgemeine Muskelschwäche (z.B. "schwere Beine") und in Extremfällen kommt es zu Lähmungen. Weitere Symptome sind Parästhesien an Händen und Füßen, Atemstörungen durch Muskelschwäche und vor allem Störungen der Herztätigkeit (Verminderung der Kontraktilität infolge Überleitungsstörungen, Arrhythmie).

Die akute letale Dosis von Kaliumsalzen beträgt 10-20 g. Allerdings kann schon eine Zufuhr von 5,9 g/Tag bei Menschen, die ohne es zu wissen, an Nierenfunktionsstörungen und anormaler Kaliumretention leiden, gefährlich sein. Säuglinge reagieren schon bei einer Dosis von 1,5 g/Tag.

Kaliumsalze können in höheren lokalen Konzentrationen Reizungen und Schädigungen des Gewebes hervorrufen. Bei der medikamentösen Anwendung von kaliumchloridhaltigen Tabletten sind deshalb häufig gastrointestinale Nebenwirkungen angegeben.

Zur Risikogruppe für eine Kaliumüberversorgung gehören Personen mit unerkannter Nierenfunktionsstörung, insbesondere ältere Menschen, Diabetiker mit Störungen der autonomen kardiovaskulären Funktion, Patienten mit Herzinsuffizienz oder Niereninsuffizienz und Hypoaldosteronismus, sowie Personen mit Neigung zu Azidose und Alkoholkranke.

Versorgungsstatus

Die für die Bundesrepublik Deutschland vorliegenden Daten über den Versorgungszustand an Kalium geben keinen Hinweis auf eine unzureichende Kaliumaufnahme bei gesunden Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen (Es fehlen allerdings zuverlässige Daten über den tatsächlichen Bedarf an Kalium, insbesondere unter Berücksichtigung eines optimalen Natrium/Kaliumverhältnisses in der Nahrung). Eine Risikogruppe sowohl für eine Mangel- als auch für eine Überversorgungssituation stellen insbesondere ältere Menschen bei unzureichender Nahrungsaufnahme und häufiger Einnahme bestimmter Medikamente dar.

Quelle: BfR
 
Mineralstoffe

Mineralstoffe

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Mineralstoffe sind lebensnotwendige, anorganische Nährstoffe, die mit der Nahrung zugeführt werden müssen.

Sowohl Mangel als auch Überdosierung können gefährlich sein. Welche Menge ist aber die richtige? Und in welchen Nahrungsmitteln sind diese Nährstoffe enthalten?



Man isst um zu leben und lebt nicht, um zu essen.

(Jean-Baptiste Poquelin, gen. "Molière", 1622-1673, frz. Schauspieler und Dramatiker)



Sage mir, was du isst, und ich sage dir, wer du bist.

(Jean Anthelme Brillat-Savarin, 1755-1826, frz. Schriftsteller, Philosoph und Gastronomiekritiker)



> Zitate <



Essen hält Leib und Seele zusammen.

(Sprichwort)



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